Die Macher
• Gordon Parks •
Gordon Alexander Buchanan Parks wurde 1912 in Fort Scott, Kansas, als jüngstes von 15 Kindern geboren. Er besuchte eine nach Rassen getrennte Grundschule und später eine gemischte High-School, bekam jedoch auch dort Rassendiskriminierung zu spüren. Als seine Mutter starb, war er sechzehn Jahre alt und landete wenig später auf der Straße. Fortan musste er sich mit seinem Klavierspiel über Wasser halten und schloss sich zwischenzeitlich der Band von Larry Funk an.
Die Fotografie entdeckte Parks, nachdem er Fotos von hart arbeitenden Migranten sah, die ihn sehr berührten. Seine ersten Bilder, für die er 1941 ein Julius-Rosenwald-Stipendium erhielt, machte er im Chicagoer Migrantenviertel. Parks war vielseitig und arbeitete sowohl für die Reichen Chicagos als auch für Modemagazine wie Glamour und Vogue.
1947 veröffentlichte er sein erstes Buch: ein Handbuch über Fotografie. Wenig später folgte sein erster zu großen Teilen autobiographischer Roman The Learning Tree über seine von Rassendiskriminierung geprägte Kindheit in Kansas. Es folgten unter anderem drei Autobiographien, eine Essay-Sammlung über den schwarzen Kampf um Bürgerrechte, eine Biographie über den armen, kranken Jungen Flavio aus Rio de Janeiro, Romane und Dokumentationen.
Über die Lebensgeschichte Flavios drehte Parks seinen ersten Dokumentarfilm, dem zwei weitere Dokumentationen folgten (Diary of a Harlem Family, Mean Street).
Er war der erste Afro-Amerikaner, der gleichzeitig einen Film für ein großes Hollywood-Studio (Warner Brothers) produzierte, die Regie führte und die Musik komponierte. »The Learning Tree« war der Titel des Films, basierend auf Parks gleichnamigen Roman.
Parks Filme werden in zwei Kategorien eingeteilt: kommerzielle und persönlich motivierte Filme. Zur ersten Kategorie gehören »Shaft« (1971) und »Shafts Big Score« (1972) (Liebesgrüße aus Pistolen) sowie »The Super Cops« aus dem Jahr 1974. Parks erster Film »The Learning Tree« war der erste der persönlich motivierten Autorenfilme, gefolgt von »Leadbelly« und »Solomon Northrup’s Odyssey«. Bis auf »The Super Cops präsentieren die meisten seiner Filme stolze und anspruchsvolle schwarze Männer, denen ihre Identität durch soziale und politische Verhältnisse genommen wird. In »Voices in the Mirror« verarbeitet Parks seine schlechten Erfahrungen mit den Paramount-Studios, mit denen er lange um deren Unterstützung für »Leadbelly«, die Geschichte des Folk- und Bluessängers Haddie Ledbetter, ringen musste.
Parks schrieb zu Beginn seiner Karriere viele musikalische Kompositionen, unter anderem Blues-Melodien und populäre Stücke, die er später häufig in seine Filme integrierte. Andersherum schrieb er viele Filmmusiken, die er hinterher als eigenständige Alben veröffentlichte. Unter ihnen »Tree Symphony« aus »The Learning Tree« und »Don’t Misunderstand« aus »Shafts Big Score«. Weiterhin komponierte er »Concerto for Piano and Orchestra«, »Piece for Cello and Orchestra«, »Five Piano Sonatas« und »Celebrations« for Sarah Ross and Andrew Jackson Parks. 1989 schrieb er die Musik und das Libretto für das Ballett »Martin«, ein Tribut an Martin Luther King Jr. Es feierte in Washington D.C. Premiere und wurde 1990 an Kings Geburtstag im Fernsehen ausgestrahlt. Ein weiteres Mal verband er seine vielseitigen musikalischen und fotografischen Interessen, als er ein Porträt über Jazz-Musiker für eine ’96er-Ausgabe von Life produzierte.
Parks bekam unzählige Preise und Ehrungen. Unter anderem wurde er 1960 von der American Society of Magazine Photographers als Photographer of the Year ausgezeichnet. Außerdem bekam er u.a. den Art Directors Club Award (1964), den Mass Media Award (1964), den Philadelphia Museum of Art Award (1964), den Notable Book Award (1966), den Emmy Award (1968) und den Christopher Award (1978).
Übrigens hat Gordon Parks in »Shafts Big Score« (1972) (Liebesgrüße aus Pistolen) einen kleinen Gastauftritt. In einer Szene, die in einem illegalen Spielcasino angesiedelt ist, schlüpft er in die Rolle des Croupier. Auch in dem Shaft-Remake aus dem Jahr 2000 mit Samuel L. Jackson hat er einen kurzen Auftritt.
Der Filmemacher und Fotograf Gordon Parks war der erste afroamerikanische Regisseur, der in Hollywood Filme drehen durfte. Mit seinem schwarzen Detektiv Shaft brachte er Anfang der siebziger Jahre die Blaxploitation-Welle ins Rollen. Parks starb am 7. März 2006 im Alter von 93 Jahren.
(www.shaft-krimis.de)